25.07.2026: Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid
Maximilian Entholzner zurück auf der Weitsprungbühne - Emma Plöchinger mit „Mega-Erlebnis“
Vor einem Jahr schien das Karriereende von Maximilian Entholzner greifbar. Kein Springen ohne Schmerzen. Der Operationstisch wartete auf den gebürtigen Kößlarner, der seit einem Jahrzehnt in Madrid lebt, dort seinen Master machte und jetzt arbeitet. Der dreifache deutsche Meister und Hallen-EM-Fünfte von Torun startete bis 2023 für den LAC Passau, springt jetzt für die Munich Athletics.
Platz sechs im Weitsprungwettbewerb
Nach zwei Hüftoperationen schrammte Entholzner bei den Deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid nur knapp an der EM-Nominierung für Birmingham vorbei. Am 1. Juli war er in Castellon, nahe Valencia, auf 8,04 Meter geflogen. Nur ein Zentimeter fehlte ihm zur EM-Norm. In Castellon sprang Entholzner vor fünf Jahren auch seine Bestweite und Niederbayerischen Rekord mit 8,12 Metern. Der böige Wind machte es den Springern bei der DM nicht einfach. Mal hatten sie Rückenwind, mal Gegenwind von 3,0 m/s. Etwas Windglück schadete an diesem Tag nicht. Mit Simon Batz (MTG Mannheim), dem Olympia-Sechsten von Paris, siegte der Favorit mit 8,29 Metern. Mit seiner neuen Bestweite gehört er zu den Medaillenkandidaten für Birmingham. Silber und Bronze ging an Kevin Brucha (TLV Germania Überruhr) mit 8,04 und Simon Plitzko (TSG Bergedorf) mit 8,00 Metern (+2,4). In einem starken Wettbewerb musste sich Entholzner mit 7,76 Metern und Rang sechs begnügen.
Haarscharf Nominierung für Birmingham verpasst
Drei Weitspringer kann der DLV für die DM nominieren. Als Deutscher Meister mit 8,29 Metern wurde Batz bereits nominiert. Drei weitere Springer haben die Bestätigungsnorm von 7,90 Metern erfüllt: Brucha, Plitzko und Entholzner. Ihre Nominierung ist über das europäische Qualifizierungsranking möglich. Sie müssen dazu zum Meldeschluss unter den 30 besten Springern Europas sein. Dort liegt Brucha klar am besten von den dreien, ist zudem deutscher Vizemeister. Um den dritten Startplatz muss daher die Entscheidung zwischen Plitzko und Entholzner fallen. Dies macht der DLV nach drei weiteren Kriterien seiner Nominierungsrichtlinien. Bei zweien davon hat Plitzko die Nase vorn. Auch für Entholzner, der als Ersatzmann nominiert werden wird, eine klare Sache. Er hadert nicht mit dieser Entscheidung. „Angesicht meiner körperlichen Verfassung im letzten Jahr bin ich glücklich und zufrieden mit diesem Jahr. Es gibt kein Karriereende, ich plane fest mit 2027“, kommentierte er den Ausgang der DM und die Entscheidung des DLV.
Mega-Erlebnis neben den schnellsten Frauen Deutschlands auf der Bahn zu stehen
Nach dem 100-Meter-Finale bei der U20-DM erfüllte sich für Emma Plöchinger mit dem Start bei der DM der Frauen ein weiterer Traum. Die Siebte der U20-DM kam im Vorlauf neben Sina Mayer (LAZ Zweibrücken), WM-Bronze mit der Staffel 2025, sehr gut aus den Blöcken, konnte bis 30 Meter gut mithalten. Dann investierte die 18-jährige Vilshofenerin zu viel in die Frequenz, der nötige Druck und die nötige Schrittlänge fehlten für eine neue Bestzeit. Die steht bei 11,79 Sekunden. Im Ziel leuchteten 12,01 Sekunden für Plöchinger als Achte und Letzte ihres Vorlaufs auf. „Für mich war die Atmosphäre eines vollen Stadions mit 15.000 Zuschauern unbeschreiblich, es war ein Mega-Erlebnis neben den schnellsten Frauen Deutschlands auf der Bahn zu stehen, eine tolle Erfahrung“, so die Bayerische U20-Meisterin.