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10.-12.07.2026: Deutsche Meisterschaften der U16/20

Marco Voggenreiter löst als Deutscher Vizemeister Ticket für die U20-WM

Franziska Bichlmeier zweimal an DM-Bronze dran – Emma Plöchinger im 100-Meter-Finale

Jubelnd riss Marco Voggenreiter nach dem Zielstrich die Arme hoch. Als Deutscher Vizemeister über 3.000 Meter Hindernis nahm er die letzte Hürde zur Nominierung für die U20-WM. Franziska Bichlmeier schrammte in der U16 über 1.500 Meter Hindernis und 3.000 Meter als jeweils Vierte knapp an Bronze vorbei. Emma Plöchinger erfüllte sich ihren Traum vom 100-Meter-Finale in der U20. Im Dreisprung der U20 sprang Lilo Ketzel mit Saisonbestleistung unter die Top 10.

Alle Starter auf die Minute topfit

Das Team des LAC Passau für die Deutschen U16-/20-Meisterschaften in Bochum Wattenscheid war in den letzten Wochen geschrumpft. Sebastian Hetzner, letztes Jahr an gleicher Stätte Deutscher U18-Meister über 100 Meter, musste wegen einer Muskelverletzung passen. Aufgrund einer Erkrankung von Catharina Walz platzte die 4 x 100-Meter-Staffel. Nationalkaderathlet Voggenreiter und die drei Bayernkaderathletinnen waren jedoch auf den Punkt topfit.

Auf des Messers Schneide bis zum letzten Meter

Das Hindernis-Finale der U20 verlief wie ein typisches Meisterschaftsrennen. Auf dem ersten Kilometer belauerten sich die Favoriten. In einer dichten Traube durchquerten die Läufer die 1.000-Meter-Marke in 3:10 Minuten. Dann erhöhten die Favoriten kontinuierlich das Tempo, das Feld zog sich auseinander. Zu viert gingen die Führenden in die letzte Runde. Der Jahresbeste Levin Saveur setzte sich an die Spitze, stürmte souverän zu Gold (LG Stadtwerke München, 8:59,05 min). Voggenreiter versuchte Kontakt zu halten, musste jedoch 250 Meter vor dem Ziel abreißen lassen. Und plötzlich rückte Jakob Rödel (SC DHfK Leipzig), Vierter des U20-EM-Finales 2025, Voggenreiter bis zum letzten Wassergraben wieder bedrohlich nahe. Doch Rödel (9:04,16) stürzt am Wassergraben, muss Voggenreiter (9:01,65) zum Vizetitel ziehen lassen. Auch Til Stephan (Erfurter LAC) zieht noch zu  Bronze vorbei (9:02,78). Einen Tag später bestritt Voggenreiter die 3.000 Meter. Doch nach seinem grandiosen Erfolg war die Luft heraußen. In 8:49,67 Minuten belegte er Rang 12.

Vorbereitung auf den Hayward Field in Eugene

Die WM-Norm von 9:00,00 Minuten hatten Saveur, Voggenreiter und Rödel im Vorfeld abgehakt. Pro Einzeldisziplin nominiert der DLV bis zu zwei Athleten, die zwei Bestplatzierten  der DM mit erfüllter Norm. Die zwei WM-Tickets für die U20-WM in Eugene gehen daher an Saveur und Voggenreiter. Eugene ist regelmäßig Austragungsort der Diamond League, hat mit dem Hayward Field eines der berühmtesten Leichtathletik-Stadien der Welt und war 2022 Schauplatz der Leichtathletik-WM.

Franziska Bichlmeier mit herausragenden Bestzeiten und Nationalkadernormen

Die Läuferinnen der U16 hingegen taktierten nicht über 1.500 Meter Hindernis und 3.000 Meter. Im Sog der starken Felder rannte Franziska Bichlmeier zweimal mit überragenden Bestzeiten auf  den vierten Platz. Zweimal unterbot sie auf der blauen  Bahn deutlich die Norm für den Nachwuchs-Nationalkader (5:08 und 10:30 min). Sie verlor nicht Bronze, sondern etablierte sich in der nationalen Spitze, jubelte über ihre bärenstarken Zeiten. Die Siegerin über 1.500 Meter Hindernis, Lilly Förster (PSV Trier), lief in ihrem Sololauf zur deutschen U16-Bestleistung (4:41,74).

Vierte über 1.500 Meter Hindernis

In einem packenden Kampf um Silber und Bronze setzte sich Magdalena Irlinger (SG Schönau, 4:54,27) vor Jarla Schlüter (LAZ Rhede, 4:54,33) und Bichlmeier (4:55,72) durch. Irlinger und Bichlmeier verpassten den Bayerischen Rekord von Franziska Drexler (LG Telis Regensburg) nur um eine bzw. zwei Sekunden. Hochkarätig waren alle Zeiten. In den letzten zwölf Jahren hätte die Zeit von Bichlmeier neunmal zum Sieg gereicht.

Und ein zweites Mal knapp an Bronze vorbei: Vierte auch über 3.000 Meter

Über 3.000 Meter holte Förster am nächsten Tag ihr zweites DM-Gold (10:08,32). Dieses Mal deutlich knapper vor der Zweiten Merle Steinmann (KSG Gerlingen, 10:10,37). Bichlmeier lief bei warmen Temperaturen lange auf Position fünf und sechs, brauchte zwei Runden, um eine Lücke zu schließen. Anna Ohmayer (Tomerdinger LV) und Linn Kurz (SG Weinstadt) gingen vor ihr in die letzte Runde, setzten sich wieder leicht ab. Ohmayer gewann im Spurt auf den letzten 150 Metern Bronze (10: 18,61). Bichlmeier (10:20,71) rang Kurz (10:21,24) auf der Zielgeraden nieder.

Emma Plöchinger egalisiert Bestzeit

Bereits im 100-Meter-Vorlauf hinterließ Sprint-As Emma Plöchinger einen guten Eindruck. Nach einem etwas wackligen Start gewann sie bei Windstille kontrolliert in 12,01 Sekunden. Im Stärksten der drei Halbfinals beschleunigte sie nach einem guten Start hervorragend, egalisierte als Dritte ihre persönliche Bestzeit in 11,79 Sekunden. Banges Warten - reicht diese, um sich über die Zeit für das Finale zu qualifizieren? Ja – und das sogar als Fünftschnellste. Es flossen ein paar Freudentränen.

Siebte im 100-Meter-Finale

Nach einem wieder wackligen Start im 100-Meter-Fnale  und guter Beschleunigung bis 60 Meter gingen Plöchinger die Körner aus. Sie erzielte als ausgezeichnete Siebte dennoch in 11,93 Sekunden ihre drittbeste bisher gelaufene Zeit. Deutsche Meisterin wurde Emma Goretzka (LAG Berlin, 11,19). Für den 200-Meter-Sprint hatte sich Plöchinger  mit 24,74 Sekunden qualifiziert. Doch bereits vor dem Start kämpfte sie mit Kreislaufproblemen. In 25,47 Sekunden war sie ohne Chance für einen der beiden Finalläufe.

Lilo Ketzel spring mit Saisonbestleistung unter die Top 10

Im Dreisprung der U20 zeigte Lilo Ketzel nach einer durchwachsenen Saison mit einer konzentrierten Vorstellung ihre beste Leistung. Angereist war sie mit 11,88 Metern als 18. Nach einer stabilen Serie von drei Sprüngen über 11,84, 11,93 und 12,04 Metern landete sie unter den Top 10. Nur 16 Zentimeter fehlten für das Finale der besten Acht. Stabil lief Ketzel dreimal an, war jedoch bei den ersten zwei Sprüngen nicht am Brett. Ihr technisch bester Sprung war der Zweite. Im dritten Durchgang war sie gut am Brett, stemmte den Jump etwas zu sehr. Mit 12,04 Metern erzielte sie Saisonbestweite, blieb nur fünf Zentimeter unter ihrer Bestweite aus dem Vorjahr als Dritte der U18-DM.

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