24.05.2026: IAMF-Athletics-Meeting in Brüssel
Marco Voggenreiter mit U20-WM-Norm über die Hindernisse
In glänzender Verfassung präsentierte sich Marco Voggenreiter bei einem internationalen Meeting in Brüssel. In 8:52,57 Minuten unterbot der 18-Jährige klar die U20-WM-Norm im 3.000-Meter-Hindernis-Rennen (9:00,00). Anfang August finden in Eugene (Oregon) die World Athletics U20-Championships statt.
40 Jahre alter Niederbayerischer Männerrekord ist Geschichte
Bei seinem Husarenritt über sieben Wassergräben und 28 Hindernisse durchbrach Voggenreiter nicht nur die Neun-Minuten-Marke. Er steigerte seinen Niederbayerischen Jugendrekord um elf Sekunden und verbesserte zugleich den Männerrekord. Der hatte einige Patina angelegt. 40 Jahren hielt ihn Herbert Eckmüller (LG Wolfstein) mit 8:53,97 Minuten. Brüssel bot Bedingungen, die es - außer bei der Langen Laufnacht in Karlsruhe - in Deutschland nicht gibt: 72 Top- Hindernisläufer in drei Rennen. Durch die hohe Leistungsdichte musste Voggenreiter wie viele in den ersten Runden die Hindernisse mehr oder weniger „blind“ anlaufen.
Pfeilschneller letzter Kilometer
In 2:57 Minuten ging Voggenreiter bei 1.000 Meter durch. Auf dem zweiten Kilometer schlief das Feld etwas ein (3:01). Dann wurde das Tempo deutlich verschärft, um die beste Position heftig gerangelt. Alle wollten über die Hindernisse und den 3,66 Meter langen Wassergaben durch die Mitte. Voggenreiter fand sich am letzten Wassergraben rechts außen wieder, rannte ein paar Meter mehr. Mit einem letzten Spurt sicherte sich das Mitglied des Nachwuchsnationalkaders die WM-Norm.
Mitten im Abistress
„Es war ein hartes Rennen, das sehr weh getan hat. Ich bin glücklich, dass der Druck, die Norm zu schaffen, weg ist“, kommentierte Voggenreiter seine exzellente Leistung. Luft nach oben sei noch vorhanden. Denn in der gleichen Woche schrieb er drei Abiturprüfungen, die letzte am Freitag. Dann ging es mit einer Zwischenstation gleich weiter nach Brüssel.
Nur zweieinhalb Sekunden fehlen zum Perspektivkader
Mit der dortigen Zeit hat sich der Fürstenzeller bereits den Verbleib im Nationalkader für 2027 gesichert (Norm 9:00). Ja er ist sogar nah an der Norm für den Perspektivkader dran (8:50), der nächsthöheren Stufe im Nationalkader mit einer deutlich besseren Förderung durch den DLV.
High Noon bei der U20-DM
Die Erfüllung der Norm ist die eine Sache, die Nominierung für die WM durch den DLV die andere. In deren Genuss kommen nur die beiden Schnellsten der U20-DM mit erfüllter Norm. Neben Voggenreiter gelang dies in Brüssel auch Levin Saveur (LG Stadtwerke München) in 8:44,55 Minuten. Er stand bereits im U20-EM-Finale von 2025. Ein heißer Anwärter auf eine WM-Nominierung ist Jakob Rödel (SC DHfK Leipzig). Der Leipziger wurde Vierter im U20-EM-Finale in 8:47,74 Minuten. Zum High Noon kommt es Mitte Juli bei der U20-DM. Voraussichtlich werden es der Deutsche Meister und Vizemeister sein, die für die U20-WM nominiert werden.