31.03.2026: Torun I - European Masters Athletics Championships Indoor
Elisa Schöne triumphiert zum zweiten Mal und gewinnt zweimal Silber
Elisa Schöne befindet sich im Torun-Flow. Nach dem Sieg im 400-Meter-Finale schlug die Waldkirchnerin zwei Tage später bei den European Masters Athletics Championships Indoor in der 200.000-Einwohner-Stadt Torun (Polen) erneut zu. In exzellenten 2:13,54 Minuten gewann sie Gold über 800 Meter in der W35. En passant holte sie zwei Silbermedaillen im Dreisprung und mit dem Cross-Team.
Mitfavoritin über 800 Meter
Nach dem Sensationssieg über die zwei Hallenrunden war die Ausgangssituation über 800 Meter eine andere. Elisa Schöne, amtierende Hallenweltmeisterin, war eine Medaillenkandidatin, mit dem Rückenwind des 400-Meter-Sieges auch auf Gold. Zwei Läuferinnen brachten eine deutlich bessere Meldezeit mit, unter anderem ihre deutsche Konkurrentin Jana Palmowski (SC Porta Westfalica Nammen) mit 2:12,94 Minuten. Sie hatte Schöne bei der Masters-DM um Haaresbreite geschlagen. Schönes Masters-Bestzeit lag seit ihrem WM-Sieg 2025 bei 2:17,52 Minuten.
Die Leichtigkeit des Spurts
Palmovski drückte vom Start weg auf das Tempo, setzte sich an die Spitze des Feldes. Knapp dahinter die Spanierin Ruth León und als Dritte Schöne. Sie lief leicht versetzt auf der zweiten Bahn, ging allen Rempeleien und Scharmützeln aus dem Weg. 66,43 Sekunden, die Durchgangszeit bei 400 Meter. Palmovski gelang es nicht, eine Lücke zu reißen. León und Schöne klebten an ihr dran. Eingangs der letzten Runde suchte die Spanierin ihr Heil in der Flucht, um die spurtstarke Schöne abzuschütteln. Scheinbar mühelos folgte diese der Spanierin, attackiert bei 700 Meter selbst. Vor der Kurve flog sie an ihr vorbei, setzte sich sogleich fünf Meter ab und baute den Vorsprung bis zum Ziel aus.
Nie war sie so schnell
Souverän siegte Schöne mit neuer, schier unglaublicher Bestzeit von 2:13,53 Minuten. Wieder ihr fassungslose Blick auf die Anzeigetafel. Vier Sekunden schneller als je zuvor bei den Masters. Palmovski überspurtete noch León (2:14,75), holte Silber (2:14,57). Schöne stellte nicht nur eine Masters-Bestzeit, sondern absolut eine neue Bestzeit auf. Sie unterbot ihre „Uralt-Hallenbestzeit“ aus dem Jahr 2007 um 22 Hundertstel. Damals war die U20-Athletin 18 Jahre alt.
Dreisprung- und Crossteam-Silber
Zwei Silbermedaillen schmücken Schöne in Torun auch. Fünf Stunden vor dem 800-Meter-Finale gewann sie als Warm-up Silber den Dreisprung mit mäßigen 9,16 Metern in einem mäßigen Wettbewerb hinter der Belgierin Nele Mommen (11,17 m). Silbermedaille Nummer zwei folgte einen Tag später als Mitglied der W35-Mannschaft im Crosslauf über acht Kilometer. Schöne landete hinter Teamkollegin Justyna Kwiatkowska auf dem elften Platz. Die Dritte im Bunde, Katka Wenzler, glänzte zudem mit Einzelsilber. Die Teamwertung gewann Polen vor Deutschland und Spanien.