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11.-13.07.2025: Deutsche Jugendmeisterschaften in Bochum-Wattenscheid

Edelmetall für Sebastian Hetzner und Lilo Ketzel – Marco Voggenreiter Fünfter

Sebastian Hetzner hielt dem Erwartungsdruck bei der Jugend-DM in Bochum-Wattenscheid stand. Im Lohrheidestadion, frisch renoviert für die kommende Universiade, kürte er sich im 100-Meter-Sprint zum Deutschen U18-Meister. Unerwartet gewann Dreispringerin Lilo Ketzel Bronze. Hindernis-As Marco Voggenreiter rannte auf Rang fünf, Anton Schmidmaier auf Rang neun. Im Bronze-Flow verpasste Ketzel nur um eine Hundertstel das 200-Meter-Finale. Emma Plöchinger streifte die Zwölf-Sekunden-Marke. Die 4x100-Meter-Staffel der StG Passau-Pfarrkirchen belegte Platz zehn.

Vorlauf auf des Messers Schneide

Um ein Haar hätte „Projekt Gold“ bereits nach dem Vorlauf geendet. Hetzner legte sich nach dem Startschuss fast auf die blaue Bahn. Sein Startblock war weggerutscht. Zuvor hatte Hetzner dessen Position verändert, ihn jedoch nicht mehr festgetreten. Reaktionsschnell fing er sich, fand sich jedoch nach zehn Metern auf dem letzten Platz wieder. Der Jahresschnellste der U18 und Aspirant auf Gold musste „ordentlich arbeiten“, um seinen Vorlauf in 10,98 Sekunden zu gewinnen.

Sebastian Hetzner stürmt zu Gold

Der 17-Jährige dominierte sein Halbfinale in 10,80 Sekunden mit der schnellsten Zeit der Konkurrenz. Im Finale katapultierte sich Hetzner blitzschnell aus den Blöcken, hielt nach 50 Metern seinen schärfsten Konkurrenten Tyrese Stewart (TSV Amicitia Viernheim) drei, vier Meter auf Distanz. Stewart verkürzte den Abstand noch leicht. Den souveränen Sieg Hetzners in 10,56 Sekunden konnte er nicht gefährden. Stewart gewann Silber in 10,61, Julian Rylke (LG Würm Athletik) Bronze in 10,81 Sekunden.

Lilo Ketzel fliegt im letzten Versuch zu Bronze

Für einen überraschenden Glanzpunkt in der Sprunggrube sorgte Dreispringerin Lilo Ketzel aus Atting bei Straubing. Angereist mit der siebtbesten Weite der U18-Konkurenz, jubelte sie über Bronze. In ihrem sechsten und letzten Versuch flog sie mit Hop, Step und Jump auf das Siegerpodium. Hoch konzentriert und fokussiert ging sie zu Werke, sprang bereits im ersten Durchgang um die zwölf Meter, übertrat nur minimal. Der nächste Satz passte. 11,99 Meter und gleich im Anschluss exakt zwölf Meter. Vor dem letzten Durchgang lag Ketzel auf Rang sechs, nur wenige Zentimeter von Bronze entfernt. Jetzt galt volles Risiko, hopp oder top. Mit 12,08 Metern steigerte sie ihre Bestmarke um sechs Zentimeter, aus der Ferne gecoacht von ihrem Trainer Roland Fleischmann.

Fernchoaching durch Roland Fleischmann

Sprinttrainer Tobias Brilka nahm die Sprünge auf und versandte die Videoclips. Kurze Analyse, postwendend kamen aus Passau die Instruktionen. Zum Schluss trennten die Dritte und die Sechste nur drei Zentimeter. Gold gewann die Berlinerin Carlotta Löwenthal mit 12,79, Silber die Fürtherin Emmanuela Mensah mit 12,39 Metern.

Haarscharf am 200-Meter-Finale vorbei

Am Sonntag gelang Ketzel fast eine weitere kleine Sensation. Im 200-Meter-Vorlauf zeigte sie in 24,87 Sekunden (-1,1) ein exzellentes Rennen, steigerte sich um über eine halbe Sekunde. Die Siebzehnjährige war die Siebtbeste nach sechs Vorläufen. In das Finale zogen jedoch nur die sechs Siegerinnen und weitere zwei Zeitschnellste ein. Ketzel war „nur“ Dritte der weiteren Zeitschnellsten. Eine Hundertstel fehlte ihr zum Einzug in das 200-Meter-Finale.

Marco Voggenreiter Fünfter über die Hindernisse

Drei Plätze für die U20-EM in Tampere (Finnland), sechs Athleten mit erfüllter Norm (9:06 min), 20 Starter, darunter Marco Voggenreiter – das war die Ausgangssituation vor dem 3.000- Meter- Hindernisrennen. Nach einem ruhigen ersten Tausender nahm das Feld Fahrt auf. Als die Glocke zur letzten Runde läutete, lagen die Sechs mit EM-Norm dicht beieinander an der Spitze. Laufend wechselten die Positionen, die Führenden ritten eine Attacke nach der anderen. Voggenreiter musste eine kleine Lücke reißen lassen.

EM-Nominierung knapp verpasst

Bei der wilden Hatz nach den EM-Plätzen stürzte Noah Cais (LG Wehringen) am letzten Wassergraben, der Jahresschnellste Tristan Kaufhold (SC Hanau-Rodenbach) strauchelte am letzten Hindernis. Der Leipziger Jakob Rödel, der Erfurter Karl Geburek und der Münchner Levin Saveur sicherten sich die EM-Plätze. Voggenreiter wurde in seinen ersten U20-Jahr hervorragender Fünfter in 9:11,12 Minuten. Für die EM-Nominierung fehlten dem Fürstenzeller Mitglied des Nationalkaders am Vorabend seines 18. Geburtstages vier Sekunden.

Anton Voggenreiter mit Bestzeit auf Rang neun

Knapp die Siegerehrung verpasste Anton Voggenreiter. Der Bayerische U18-Meister über 2.000 Meter Hindernis setze sich im A-Lauf der insgesamt 32-Starter mutig in Szene. Nach fünf Wassergräben und 18 Hindernissen landete er auf Rang neun, steigerte seine Bestzeit um über acht Sekunden auf glänzende 6:07,31 Minuten. 14 Hundertstel trennten den 16-jährigen Pfarrkirchner von Rang acht.

Emma Plöchinger mit Bestzeit im 100-Meter-Sprint

Sie kratzte an der Zwölf-Sekunden-Marke - Sprint-As Emma Plöchinger. 12,03 Sekunden leuchteten im sechsten Vorlauf nach einem perfekten Start und einer erstklassigen Pick-up-Beschleunigung auf, zehn Hundertstel schneller als je zuvor. Das war das große „Q“ für das Halbfinale in der U20. Dort absolvierte die Vilshofenerin gleichfalls sehr gute erste 50 Meter. Ab da geriet ihre Lauftechnik zu unruhig, die 17-Jährige kämpfte zu verbissen. 12,17 Sekunden waren trotzdem ihre bisher drittbeste Zeit. 12,02 Sekunden waren für das Finale gefordert.

4x100-Meter-Staffel auf Rang zehn

Die Hoffnungen der StG Passau-Pfarrkirchen auf einen Platz unter den Top-Acht der U20-Staffeln waren berechtigt, erfüllten sich aber am Freitag nicht. Zwei Wechsel funktionierten nicht optimal. Im Gegensatz zu acht anderen Staffeln der besten Zehn sprintete das Staffelquartett zu keiner Bestzeit. Startläuferin Catherina Walz aus Aiterhofen lief auf Plöchinger leicht auf. Diese griff ins Leere, musste nachfassen. Nach einer starken Gerade wechselte Plöchinger mit Kurvenläuferin Emma Lange optimal den Stab. In hohem Tempo sprintete die Pfarrkirchnerin auf Ketzel zu. Diese nahm ohne Not leicht das Tempo raus, drehte den Kopf nach hinten. 47,69 Sekunden bedeuteten in der Endabrechnung Platz zehn.

 

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