Max Grieger gewinnt Bronze über 200 m und stürmt in die deutsche Spitze
Die besten deutschen Leichtathleten und Leichtathletinnen in der Jugend trafen sich am Wochenende in Neubrandenburg und kämpften um die Meisterschaftsmedaillen. Für den 1. FC Passau waren die beiden Sprinter Max Grieger und Julia Hofer am Start. Max Grieger gelang über 200 m eine Sensation. Der baumlange, knapp zwei Meter große Sprinter, in der deutschen Leichtathletikszene ein bisher unbeschriebenes Blatt, gewann über 200 m die Bronzemedaille in 22,00 sec.
Gemeldet war er für die Deutschen Meisterschaften mit 22,25 sec., der neuntschnellsten Zeit, gelaufen bei seinem Gewinn der Südbayerischen Meisterschaft Anfang Januar. Zwei Wochen vor Neubrandenburg hatte er sie im Vorlauf bei den Bayerischen Meisterschaften auf 22,21 sec. verbessert. Im Endlauf deutete er dann schon sein Leistungsvermögen an. In exzellenten 21,83 sec. überquerte er die Ziellinie – doch die Freude hielt nur wenige Minuten an. Kurz darauf kam die Disqualifikation, da er in der Kurve die Linie der Innenbahn berührt hatte.
Am Samstag war Max Grieger im Vorlauf bereits mit raumgreifendem Schritt zu einer neuen Bestzeit über die Bahn gestürmt und hatte gezeigt, dass eine Medaille für ihn im Bereich des Möglichen ist. 21,96 sec. leuchteten auf der Anzeigetafel auf, erstmals unter 22 Sekunden. Souverän hatte er den fünften Vorlauf mit zwei Zehntel Vorsprung gewonnen und sich mit der insgesamt drittschnellsten Vorlaufzeit für das Finale am Sonntag qualifiziert. Die 21,96 sec. sind auch deshalb beachtlich, da der Kurvenradius der Neubrandenburger Halle relativ eng ist. Für Max Grieger mit seinem fast zwei Metern war daher der Kurvensprint nicht problemlos.
Am Sonntag absolvierte er dann zum „Wachwerden“ am späten Vormittag den Vorlauf über die 60 m. Mit 7,14 sec. belegte der in seinem Vorlauf den fünften Platz. Auch über die Unterdistanz hatte er Mitte Januar bei den Bayerischen Hallenmeisterschaften seine Bestzeit enorm gesteigert und über 60 m mit 7,07 sec. die Bronzemedaille gewonnen. Am Sonntagnachmittag stand dann das Finale über die 200 m an. Ermittelt wurden die Medaillengewinner in zwei Läufen mit je vier Startern. Max Grieger startete im ersten Lauf auf Bahn drei. Diesen gewann er in 22,00 sec. Nun hieß es warten. Denn im zweiten Lauf starteten mit Kai Köllmann vom TV Wattenscheid und Felix Straub von der LAC Quelle Fürth die beiden eindeutigen Favoriten auf den Meisterschaftstitel. Doch würde ein dritter Läufer schneller als Max Grieger sein? Kai Köllmann gewann in 21,58 sec. vor Felix Straub in 21,69 sec. Der Drittplatzierte des zweiten Laufes hatte bereits 22,13 sec und damit Max Grieger die Bronzemedaille sicher.
Erst den zweiten Winter betreibt Max Grieger ernsthaft Leistungssport mit vier bis fünf Trainingseinheiten in der Woche. Als Sprinttalent war er bereits früh aufgefallen, als er mit elf Jahren seine ersten Leichtathletikschritte beim 1. FC Passau machte. Mehr oder wenig trainingseifrig hatte er sich in allen Sprung-, Wurf- und Sprintdisziplinen in den ersten fünf Jahren versucht, unterbrochen durch einen Ausflug zum Boxen. Dann warfen ihn Verletzungen zurück. Doch bereits im Sommer 2014 zeigt der Schüler des Freudenhain Gymnasiums, dass mit ihm zu rechnen ist. Sprunghaft steigerte er seine Leistungen. Seine Bestzeit von 11,80 sec. aus 2013 pulverisierte er über 100 m auf 11,20 sec. Bei den Bayerischen Jugend-Meisterschaften holte er sich mit Bronze seine erste Medaille und bei den Süddeutschen Jugend-Meisterschaften gelangte er in den Endlauf über 100 m. Mit diesen Leistungen fand er Aufnahme in den Bayernkader der Sprinter, obwohl er die Kadernorm verfehlt hatte. Doch er hat alle Hoffnungen, die man in ihn setzte, mit seinem fulminanten Auftritt in Neubrandenburg bestätigt. Max Grieger ist erst siebzehn Jahre alt, im Juni wird er achtzehn. Damit gehört er auch im nächsten Jahr noch der Jugendklasse an. Sein Auftritt bei den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften lässt erwarten, dass von ihm in der Freiluftsaison noch einiges zu hören sein wird.
Ebenfalls in hervorragender Verfassung präsentierte sich Julia Hofer bei den Meisterschaften. Am Samstag lief sie in ihrem Vorlauf über die 200 m exzellente 25,55 sec. und belegte Platz drei. Ihre Bestzeit von 25,75 sec., gelaufen bei ihrem vierten Platz bei den Bayerischen Jugend-Hallenmeisterschaften, verbesserte sie um über zwei Zehntel. Für den Endlauf reichte ihre Zeit leider nicht. Die Bayerische Jugend-Vizemeisterin über 60 m ging am Sonntag auch über diese Strecke an den Start. Im fünften von achten Vorläufen belegte sie wiederum den dritten Platz in 7,88 sec. und qualifizierte sich für den Zwischenlauf. Dort sprintete sie in 7,89 sec. auf Platz sechs. Bei einem besseren Start wäre zumindest eine bessere Zeit drinnen gewesen. Die 7,89 sec. reichten zwar nicht für das Finale. Julia Hofer war jedoch wie über die 200 m wieder die drittbeste bayerische Sprinterin. Wie Max Grieger hat auch sie bei den Höhepunkten der Hallensaison einem großen Leistungssprung gemacht und wird im Sommer über die 100 m und 200 m ihre Bestzeiten angreifen.
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