Bitter endeten für Annika Just die globalen Leichtathletik-Titelkämpfe. Insgesamt 77 Talente hatte der DLV für die U20-WM in der Elf-Millionen-Metropole Lima, Hauptstadt von Peru, nominiert. Auch Just durfte sich erstmals auf Weltebene mit gleichaltriger Konkurrenz messen. Der Start in der 4×100-Meter-Staffel sollte für sie der Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere werden. Internationale Erfahrung hatte sie bereits 2022 als Siebte der U18-EM über 100 Meter und im Jahr darauf als Staffel-Reservistin bei der U20-EM gesammelt.
Deutsches Quartett Medaillenkandidat
Der südamerikanische Winter empfing die deutschen Sprinterinnen mit Temperaturen um 16 bis 20 Grad. Das deutsche Quartett reiste mit der drittschnellsten Zeit an (44,26 sec). Nur Jamaica und die USA rannten in dieser Saison bereits schneller.
Starke Kurve von Annika Just
Doch nach dem ersten von drei Vorläufen verließ Deutschlands Staffel ratlos und enttäuscht den Innenraum des Estadio Atletico de la Villa Deportiva Nacionale. Sie hatte den Stab nicht ins Ziel gebracht. Statt Chelsea Kadiri (SC Magdeburg) nahm Philina Schwartz (SC Berlin) die Position der Startläuferin ein. Die Siebte des WM-Finals über 100 Meter schonten die Trainer für den Endlauf. Schwartz reicht den Stab an die Halbfinalistin Sherin Kimuanga (SC DHfK Leipzig) weiter. Kimuanga und Just wechselten gut. Die Passauerin absolvierte eine starke Kurve, fliegend in 11,10 Sekunden.
Dritter Wechsel verpatzt
Dann das Missgeschick beim dritten Wechsel. Schlussläuferin Holly Okuku (Sprintteam Wetzlar) legte zu früh los. Die spätere Auswertung zeigt, dass sie loslief, als sich Just noch rund 1,4 Meter vor der vereinbarten Wechselmarke befand. Ein aussichtsloses Unterfangen für Just, Okuku vor dem Ende des Wechselraums zu erreichen. In der Ergebnisliste prangte bei Germany „DNF“.
Medaille zum Greifen nahe
Eine bittere Erfahrung für Annika Just auf der Weltbühne des Sports. Neben Deutschland erwischte es in den Vorläufen vier weitere Nationen mit einer Disqualifikation, darunter die starken französischen und britischen Staffeln. Finale und Medaille waren für das deutsche Quartett greifbar nahe. 45,26 Sekunden reichten für das Finale, eine Sekunde über der Saisonbestzeit der Deutschen. Weltmeister wurde Jamaica (43,39) vor der Schweiz (44,06) und Kanada (44,60).
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