Helmut Maryniak Fünfter im Diskuswurf und Achter im Kugelstoßen
Die weltbesten Senioren-Leichtathleten trafen sich für zwei Wochen in Lyon, um ihre Titelträger zu ermitteln. Insgesamt waren über 8000 Teilnehmer gemeldet. Wer in den ersten Tagen der Meisterschaft antrat, musste sich mit Temperaturen nahe 40 Grad arrangieren. Diskus-Europameister Helmut Maryniak schwankte lange, ob er die Reise nach Lyon antreten sollte. Wochenlang plagte ihn ein Grippevirus. Durchwachsen waren die Leistungen in der Wettkampfsaison gewesen. Doch weder eine Stornierung der Hotelbuchung noch des Bahntickets waren möglich.
Am 7. August sollte es in die Qualifikation für den Diskuswurf der Altersklasse M45 gehen. Aufgrund von „nur“ 19 Teilnehmern fiel sie jedoch aus. Helmut Maryniak setzte daher zur Simulation der Qualifikation ein wettkampähnliches Training an. Alle Würfe über 45 Meter, der weiteste flog auf rund 48 Meter. Der Senioren-Europameister von 2015 in Istanbul schien auf die Minute topfit zu sein und eine Medaille in Reichweite. Im Endkampf zwei Tage später landete der erste Wurf bei 43,15 Meter, eine gute Weite für einen Sicherheitswurf. Dann ging irgendwo die Technik verloren. Es folgten drei ungültige oder missglückte Würfe. Ein engagierter, aber verkrampfter Gewaltwurf im fünften Versuch brachte Helmut Maryniak mit 43,38 Meter auf den vierten Platz. Im letzten Versuch setzte er alles auf eine Karte. Doch der Wurf landete außerhalb des Sektors. Im Gesamtergebnis reichte es zu Platz fünf. Gold und Silber wären nicht möglich gewesen, der Brite Mark Wiseman und Lokalmatador Michael Conjungo warfen 49,80 bzw. 48,55 Meter. Aber Bronzemedaillengewinner Pavel Penaz aus Tschechien, in Istanbul auf dem Silberrang hinter Helmut Maryniak, war schlagbar an diesem Tag mit 45,87 Meter. Immerhin steht die Saisonbestweite bei 46,35 Meter.
Die Qualifikation für das Kugelstoßen stand am 12. August um 16 Uhr (!) an. Als Zwölfter von 28 Teilnehmern mit der letztjährigen Bestleistung von 13,39 Meter gemeldet, war das Überstehen der Qualifikation schon eine Herausforderung. Helmut Maryniak wuchtete aber die Kugel bereits im zweiten Versuch auf 12,48 Meter und einen überraschenden fünften Platz nach der Qualifikation. Zwei Tage später war das Finale angesetzt. Fixiert auf 16 Uhr wie in der Qualifikation fand sich Helmut Maryniak rund eineinhalb Stunden vorher im Stadion ein. Doch die Call-Room-Zeit von 13:45 Uhr war längst vorbei. Sein Wettkampf lief bereits, er hatte nicht um 16 Uhr, sondern um 14:30 Uhr begonnen. Fassungslos konnte er seinen Konkurrenten beim bereits zweiten Versuch zusehen. Aber eine Kampfrichterin hatte Mitleid mit dem schludrigen, jedoch von weit her angereisten Passauer. Eine kurze Anfrage beim Oberkampfrichter und der war damit einverstanden, dass Helmut Maryniak mitten im dritten Versuch einstieg. In Sekundenschnelle musste er die Wettkampfkleidung überziehen. Als übernächster Werfer war er schon an der Reihe. Er hatte nur eine einzige Chance, unter die besten Acht zu kommen und damit für weitere drei Versuche. Trotz Kaltstart stieß Helmut Maryniak die Kugel auf die Jahresbestweite von 12,68 Meter und Rang 8. Doch ausgerechnet einen Franzosen hatte er auf Rang 9 verdrängt. Nach kurzer Diskussion eine salomonische Entscheidung. Der Franzose Christoph und Helmut Maryniak durften beide drei weitere Versuche machen. Dort blieb es dann beim achten Platz. Offensichtlich hatte Helmut Maryniak an diesem Tag das Glück bereits überstrapaziert. Denn im vierten Versuch flog die Kugel auf ausgezeichnete 12,90 Meter. Aber auch ein zweiter Blick auf die Ergebnisliste half später nicht. Dort standen nur 11,90 Meter.
Zweiter Starter für den 1. FC Passau in Lyon war Gunter Langenbach. Sein Ziel war, sich für die 4×400-Meter-Staffel in der M55 zu qualifizieren. Doch trotz ausgezeichneter 62,56 Sekunden im Vorlauf über 400 m reichte es nicht für die deutsche Staffel. Gleich elf Deutsche befanden sich unter den über 50 Startern. Obwohl Gunter Langenbach eine Sekunde schneller lief als in Istanbul bei der Europameisterschaft 2014, als er sich für die deutsche Staffel qualifizierte und mit ihr Bronze gewann, war er nur Siebtbester der deutschen Langsprinter nach den Vorläufen. Allein vier deutsche Viertelmeiler qualifizierten sich für das Halbfinale über 400 Meter. Sie gewannen dann in der 4×400-Meter-Staffel hinter den USA und überraschend vor den traditionell sehr starken Briten die Silbermedaille.
16.08.2015 · Aktuelles
4.-16.08.2015: Senioren-Weltmeisterschaften, Lyon
Helmut Maryniak Fünfter im Diskuswurf und Achter im Kugelstoßen Die weltbesten Senioren-Leichtathleten trafen sich für zwei Wochen in Lyon, um ihre Titelträger zu ermitteln. Insgesamt waren über 8000 Teilnehmer gemeldet. Wer in den ersten Tagen der Meisterschaft antrat, musste sich mit Temperaturen nahe 40 Grad arrangi