Frauen-Staffel toppt wieder mit DM-Norm ihre Saison-Bestleistung
Die Sprinterinnen und Sprinter des 1. FC Passau ließen sich anstecken vom Sprintfieber in Regensburg. Kristina Fister, Julia Hofer, Tina Vetter und Antonia Wimberger unterboten trotz mäßiger Wechsel erneut die DM-Norm für Nürnberg und erzielten in 47,76 Sekunden Saisonbestleistung. Julia Hofer sprintete über 100 Meter 11,92, Sebastian Schubach 11,21 Sekunden, Michael Döringer und Tina Vetter freuten sich über Bestzeiten. Maximilian Entholzner blieb mit schlechtem Start und bei kräftigem Gegenwind (-1,4 m/sec.) in 10,79 Sekunden hinter den Erwartungen zurück.
DLV-Sprinterinnen mit europäischer Jahresbestleistung
Das Universitätsstadion in Regensburg ist für seine schnelle Bahn und die perfekten Rahmenbedingungen seit Jahren bekannt. Bei strahlendem Sonnenschein machten nur die wechselnden Winde den Sprintern ein paarmal einen Strich durch die Rechnung. Höhepunkt der Sparkassen-Gala waren die 100-Meter-Sprints und die Staffelwettbewerbe. Die komplette deutsche Sprintprominenz war am Start, angeführt von Gina Lückenkemper (TSV Bayer 04 Leverkusen) und Tajana Pinto (LC Paderborn) sowie Julian Reus (LAC Erfurt). Das deutsche Frauenquartett stürmte in 42,24 Sekunden zur europäischen Jahresbestleistung, gefolgt von DLV II in 43,22 und DLV III in 44,46 Sekunden. Platz sechs belegten Kristina Fister, Julia Hofer, Tina Vetter und Antonia Wimberger in 47,83 Sekunden vor der LG Region Landshut (48,54).
Tatjana Pinto mit 11,11 Sekunden
Tatjana Pinto zeigte sich zudem in bestechender Form mit zwei Top-Läufen über 100 Meter in 11,11 und 11,14 Sekunden trotz Gegenwind. Julia Hofer durfte im Gala-Lauf starten. Sie bestätigte trotz schlechter Startphase ihr konstant hohes Niveau im zweiten von fünf Vorläufen mit 11,92 Sekunden. Sie war nahe dran an ihrer Saisonbestleistung von 11,89 Sekunden, erzielt bei kräftigen Rückenwind (+1,8 m/sec.).
Bestleistung für Tina Vetter
Im Vorprogramm mit 77 (!) Sprinterinnen drückte Tina Vetter mit einem couragiertem Rennen ihre Bestleistung von 12,34 auf 12,29 Sekunden. Für Kristina Fister und Antonia Wimberger standen 12,98 und 13,04 Sekunden zu Buche.
Freizeit-Sprinter Michael Pohl düpiert deutsche Sprintelite
Bei den Männern startete Weitspringer Maximilian Entholzner als fünfschnellster deutscher Sprinter des Vorjahres in den Gala-Läufen. Das A-Finale gewann der Brite Richard Kilty in 10,26 Sekunden vor Lucas Jakubczyk (SCC Berlin, 10,26; EM-Norm im Vorlauf mit 10,24) und Andrew Robertson (Great Britain, 10,28). Der Schnellste des Tages war überraschend Michael Pohl (Sprintteam Wetzlar) im B-Finale mit 10,22 Sekunden (EM-Norm). Ohne Trainer trainiert er nach eigenen Angaben nur sechs Stunden in der Woche. In 10,79 Sekunden war Maximilian Entholzner deutlich von den Finals entfernt. 10,52 Sekunden wären dafür notwendig gewesen.
Bestleistung für Michael Döringer
Im 65 Mann starken Vorprogramm verfehlte Sebastian Schubach seine Saisonbestleistung mit 11,21 Sekunden nur um eine Hundertstel. Michael Döringer beeindruckte trotz eines mäßigen Starts mit einer deutlichen Steigerung seiner Bestleistung von 11,48 auf 11,32 Sekunden.
DLV-Sprinterinnen setzen Ausrufungszeichen in Richtung Berlin
Reinhard Köchl
Es bleibt dabei: Wer Normen oder Top-Zeiten braucht, der kommt an der Sparkassen-Gala in Regensburg nicht vorbei. Insgesamt neun Mal erfüllten deutsche Athletinnen und Athleten am Sonntag im Uni-Stadion, das für seine schnelle Bahn und die perfekten Rahmenbedingungen bekannt ist, den geforderten Richtwert für die Heim-EM in Berlin (6. bis 12. August). Trotz wechselhafter Winde setzen einmal mehr die Sprinter die Akzente.
Zwei Mal Gegenwind und dennoch zwei Top-Läufe: Tatjana Pinto (LC Paderborn) ist in bestechender Form. 11,11 Sekunden im Vorlauf (-0,1 m/sec) und 11,14 Sekunden im Finale (-0,4 m/sec), das die 26-Jährige vor der Britin Imani-Lara Lansiquot (11,24 sec) und Rebekka Haase (LV 90 Erzgebirge; 11,39 sec) gewann, lassen für die kommenden Wochen Einiges erwarten.
„Ich bin zufrieden“, meinte Tatjana Pinto lächelnd zur zweitbesten Zeit ihrer Karriere und der drittbesten in Europa in diesem Jahr. „Im Vergleich zur Vorwoche in Weinheim war das technisch schon erheblich besser.“ Ohne der endgültigen Nominierung des DLV vorgreifen zu wollen, steht die EM in Berlin schon fest bei ihr im Wettkampfplan. „Dort will ich meine Top-Leistung bringen. Wir haben auch mit der Staffel große Ziele“, kündigte sie an. Um dann noch mit dem charmantesten Siegerlächeln zu prognostizieren: „Es wird schnell werden…“
42,24 Sekunden für die deutsche Sprintstaffel
Was sie fast vier Stunden später mit dem deutschen 4×100-Meter-Quartett mit Rebekka Haase, Keshia Kwadwo (TV Wattenscheid 01) – die im 100-Meter-Vorlauf in 11,35 Sekunden EM-Norm gerannt war – und Gina Lückenkemper (TSV Bayer 04 Leverkusen) bereits eindrucksvoll unter Beweis stellte. Mit 42,24 Sekunden und durchaus noch ausbaufähigen Wechseln stürmten die Frauen zu einer neuen europäischen Jahresbestleistung und der schnellsten Zeit der Welt einer Nationalstaffel. Ebenfalls stark: die zweite DLV-Staffel (Lisa-Marie Kwayie, Alexandra Burghardt, Jessica-Bianca Wessolly und Katrin Fehm) kam dahinter auf 43,22 Sekunden.
Jessica-Bianca Wessolly (MTG Mannheim) zeigte schließlich noch über 200 Meter, das mit ihr in diesem Jahr zu rechnen ist: 23,14 Sekunden bedeuteten auch für sie die EM-Norm in dieser Disziplin. Katrin Fehm (diesmal 23,33 Sekunden) war diese schon vor einer Woche in Weinheim gelaufen. Dahinter landete ihre ein Jahr jüngere Kollegin aus der U20-Weltrekord-Staffel Sophia Junk (LG Rhein-Wied; 23,49 sec).
„Nach den 120 Metern in der Staffel habe ich gespürt, dass meine Beine müde waren. Diese fehlende Spritzigkeit lag aber nicht an der Form, sondern an der harten Trainingswoche“, erklärte Gina Lückenkemper ihren Verzicht auf dieses Rennen. „Es standen vor Regensburg nämlich noch einige intensive Einheiten an.“
Michael Pohl überrascht als schnellster Deutscher
Lucas Jakubczyk (SCC Berlin) oder Julian Reus (LAC Erfurt)? Knapp daneben. Michael Pohl (Sprintteam Wetzlar)! Dass der 29-Jährige Regensburg als aktuell schnellster Mann Deutschlands verlassen würde, damit hatten allenfalls Insider gerechnet. Obwohl sich Pohl nach dem Vorlauf (10,52 sec) nur für das B-Finale qualifizieren konnte, blieben die Uhren dort für ihn bei 10,22 Sekunden stehen. EM-Norm!
Im Vorlauf hatte Jakubczyk bereits 10,24 Sekunden vorgelegt und die Norm aus Jena bestätigt, im A-Finale wurde der Berliner Zweiter (10,28 sec), hauchdünn hinter dem Briten Richard Kilty (10,26 sec). Grund zur Freude gab es auch für den Österreicher Markus Fuchs, der mit 10,35 Sekunden die EM-Norm seines Landesverbandes erfüllte. Julian Reus verzichtete nach 10,47 Sekunden im Vorlauf auf das Finale, um sich für die Staffel und den 200-Meter-Lauf zu schonen.
Ergebnisse & Links
Impressionen

