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28.06.2015 · Aktuelles

28.06.2015: Junioren-Gala, Mannheim

Max Grieger auf dem Weg nach Eskilstuna? „Ich wusste, dass die Norm möglich ist, aber so richtig daran geglaubt habe ich nicht“, kommentierte Max Grieger seinen fulminanten Lauf über die 200 Meter in einem Interview. 21,25 Sekunden leuchteten auf der Anzeigetafel in Mannheim auf. Damit hat er klar die Qualifikationsnor

Foto_Wettkampf

Max Grieger auf dem Weg nach Eskilstuna?
„Ich wusste, dass die Norm möglich ist, aber so richtig daran geglaubt habe ich nicht“, kommentierte Max Grieger seinen fulminanten Lauf über die 200 Meter in einem Interview. 21,25 Sekunden leuchteten auf der Anzeigetafel in Mannheim auf. Damit hat er klar die Qualifikationsnorm von 21,30 Sekunden für die U 20-Europa-Meisterschaft in Eskilstuna unterboten, Platz 2 im nationalen Wettstreit bei der Junioren-Gala in Mannheim, einem Qualifikationswettkampf für die Europa-Meisterschaft, belegt und nimmt nun Rang 2 in der Deutschen Bestenliste über 200 Meter bei der U 20 ein.
Die Junioren-Gala des Deutschen Leichtathletik-Verbandes in Mannheim bot Max Grieger die letzte Chance, sich für die Europa-Meisterschaft zu qualifizieren. Der Newcomer in der deutschen Sprintszene der Jugend hatte bisher eine phantastische Saison gezeigt. Mitte Mai lief Max Grieger bereits exzellente 21,21 Sekunden. Doch der Rückenwind blies zu stark. Zwei Wochen später waren es in Weinheim 21,60 Sekunden, gebremst von 0,8 Meter Gegenwind. Bei der Sparkassen-Gala in Regensburg Anfang Juni packte Max Grieger in 21,42 Sekunden noch einen drauf.
Doch Max Grieger bewies in Mannheim Nerven, und das auf der ungünstigen Außenbahn sechs. Bei seiner Körpergröße und Schrittlänge hat diese Bahn durch den weiteren Kurvenradius zwar auch gewisse Vorteile. Doch keinen Gegner vor sich zu haben und – wie in diesem Fall – das Rennen vom Start weg von der Spitze zu bestreiten, fordert einen Athleten besonders. 22 Sprinter aus elf Nationen waren über die 200 Meter der U 20 am Start. Max Grieger durfte „nur“ im nach den gemeldeten Zeiten drittschnellsten Lauf ran. „Er kam gut aus dem Startblock, richtete sich jedoch zu schnell auf“, so Trainer Tobias Brilka. Bei 100 Meter war die Konkurrenz knapp vorne. Doch auf der zweiten Streckhälfte konnte er seine Stärken wieder ausspielen, stürmte mit raumgreifendem Schritt an der Konkurrenz vorbei und gewann das Rennen in 21,25 Sekunden. Der Rückenwind war mit 0,7 Meter nicht nur zulässig, sondern eher mäßig. Leicht verschmerzen konnte Max Grieger, dass er nicht der schnellste Deutsche an diesem Tag war. Der Wattenscheider Kai Köllmann lief deutsche Jahresbestzeit in 21,07 Sekunden.
Außer Kai Köllmann und Max Grieger hat bisher kein deutscher U 20-Sprinter die Qualifikationsnorm unterboten. Also eine gute Chance für Max Grieger, für die Europameisterschaft in Eskilstuna, einer Stadt im Südosten Schwedens, nominiert zu werden. Vergessen werden soll dabei nicht, dass er durch die Steigerung seiner Bestzeit erneut einen neuen Niederbayerischen Rekord aufstellte.
Einen Wermutstropfen hielt das grandiose Rennen von Mannheim trotzdem für Max Grieger bereit. Er konnte nicht an der Abiturfeier teilnehmen, um das Abiturzeugnis mit Schnitt 1,7 in Empfang nehmen und sein „Abi“ zu feiern. Denn da war er bereits auf dem Weg nach Mannheim. Trotz Abiturvorbereitung und Prüfungen hatte er Trainingslager absolviert, fast täglich trainiert und über zwei Monate hinweg laufend Topleistungen erzielt. Jetzt hängt es nur noch vom Deutschen Leichtathletikverband ab, ob dieser ihn am Mittwoch für die Europa-Meisterschaft nominiert. Max Grieger hat das Seine dafür getan.

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