Niederbayerischer Rekord mit 56,98 Meter für Sarah Leidl – Maximilian Entholzner sprintet 10,60 Sekunden
Maximilian Entholzner und Sarah Leidl gewannen dreimal Gold bei den Bayerischen Leichtathletik-Meisterschaften in Erding. Vier Silbermedaillen und drei Bronzemedaillen holten Julia Hofer, Lorenz Adler, Maximilian Feuerer, Felix Adler und Paul Feuerer auf der blauen Erdinger Bahn.
Mit dem Speer der Gegnerin zur Bestweite
Einen Hochkaräter landete Sarah Leidl. Für den sechsten und letzten Versuch nahm sie sich – was erlaubt ist – den 600 Gramm schweren Speer ihrer Gegnerin Susanne Siebert von der LG Augsburg und schleuderte ihn auf exzellente 56,98 Meter. Der beste Versuch der Fünften der DM von Kassel stand bis dahin bei 53,59 Metern. Mit ihrer Siegesweite verbesserte Sarah Leidl die bei der DM 2015 aufgestellte persönliche Bestleistung von 56,89 Metern um neun Zentimeter. Die alte und neue niederbayerische Rekordhalterin ist in der deutschen Bestenliste jetzt die Nummer sechs der deutschen Speerwurfszene. Die zweitplatzierte Siebert distanzierte sie um knapp sieben Meter (50,01 Meter). Auf Platz 3 die ehemalige Passauerin Magdalena Scheffel (LG Würm Athletik) mit 47,59 Metern. Für einen Dreifach-Sieg der Leidl-Schwestern wie 2015 reichte es heuer nicht. Nicola Leidl belegte Rang 4 mit guten 45,81 Metern, Tamara Leidl Rang 7 mit 41,38 Metern.
Maximilian Entholzner schnellster Bayer
Gleich zwei weißblaue Titel sicherte sich Maximilian Entholzner über die 100 Meter und im Weitsprung. Für den Meistertitel im Weitsprung galt er mit einer Bestweite von 7,81 Metern als klarer Favorit. Anders in der Königsdisziplin, den 100 Metern. Hier war er mit Medaillenchancen und der vierbesten Zeit angereist. Im Vorlauf legt er mit 10,75 Sekunden nochmals drei Hundertstel zu. Im Zwischenlauf explodierte er mit einer starken Steigerung auf 10,60 Sekunden bei regulärem Rückenwind (0,8 Meter pro Sekunde). Vom Medaillenanwärter war er in die Favoritenrolle für Gold gerutscht. Und er hielt diesem Druck im Endlauf stand. In einem Wimpernschlagfinale wurde er mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung Bayerischer Meister vor Daniel Hundt (LG Stadtwerke München).
Auch im Weitsprung Gold für Maximilian Entholzner
Seiner Favoritenrolle im Weitsprung wurde der 22-jährige gerecht. Gleich im zweiten Versuch landete er bei 7,46 Metern. Noch etwas müde von den drei Läufen über 100 Meter am Vortag verzichtet er auf den vierten und fünften Versuch. Im letzten bestätigte er die 7,46 Meter. Nach der „Pflicht“ bei der Bayerischen folgt am nächsten Wochenende bei der U23-DM in Wattenscheid die „Kür“. Vor zwei Jahren war er bei dieser Meisterschaft mit 7,70 Metern Deutscher Vizemeister geworden. Aktuell steht er in der U23 in Deutschland auf Rang 5 mit seinen im Mai gesprungenen 7,81 Metern und gehört zu den Medaillenkandidaten. Lässt man den für Olympia nominierten Fabian Heinle (VfB Stuttgart) außer Acht, werden voraussichtlich vier Athleten mit Weiten zwischen 7,81 und 7,93 Meter um die Medaillen kämpfen.
Über einen achten Platz kam Maryniak Helmut im Diskuswurf, im Vorjahr Bayerischer Vizemeister, nicht hinaus. Mehr war mit für ihn enttäuschenden 42,81 Metern nicht drin.
Sprintsilber für Julia Hofer
Julia Hofer konzentrierte sich auf die 100 Meter. Alle Kräfte werden gebündelt für die U23-DM. Nach 12,08 und 12,01 Sekunden im Vor- und Zwischenlauf sprintete Julia Hofer im Finale mit 11,99 Sekunden zur Bayerischen Vizemeisterschaft. Den Titel gewann Amelie-Sophie Lederer von der LAC Quelle Fürth mit deutlichem Vorsprung in 11,60 Sekunden. Positiv überraschte Dreispringerin Antonia Wimberger vom in 12,34 Sekunden mit einem fünften Platz. Hingegen blieb sie im Dreisprung mit 11,15 Metern und einem vierten Rang deutlich hinter den Erwartungen zurück. Der fünfte Versuch war ihr einziger gültiger. Platz sechs belegte Marianna Hellauer mit 10,74 Metern. Sie zeigte eine konstante Serie mit Sprüngen von 10,64, 10,49, 10,71 und 10,67 Metern und verfehlte ihre Bestleistung nur um wenige Zentimeter.
Sechsmal Edelmetall für den FC-Nachwuchs
In Medaillenlaune präsentierten sich die Läufer des 1. FC Passau. Zwei Adlers und zwei Feuerers – macht sechs Medaillen. So einfach war die Rechnung in der U20 und U18 auf den Mittel- und Langstrecken. Samstags standen die 800 Meter und 3000 Meter, sonntags die 1500 Meter auf dem Programm.
Silber für Lorenz Adler und Paul Feuerer über 3000 Meter
Die 3000 Meter der U20 entwickelten sich vom Start weg zu einem Bummelrennen, Zwischenspurts folgten „Trabpausen“. Erst bei 2000 Meter wurde das Tempo verschärft. Die Adler-Zwillinge konnten die massive Tempoerhöhung auf den letzten 1000 Metern in 2:45 Minuten mitgehen. Sie erkämpften sich jeweils mit persönlicher Bestleitung die Plätze 2 und 4. Silbermedaillengewinner Lorenz Adler lief neun Zehntel hinter dem Sieger und nur sechs Hundertstel vor dem Zweitplatzierten in 9:10,79 Minuten in das Ziel. Felix Adler erzielte als Vierter 9:12,40 Minuten.
Ebenfalls die Silbermedaille über 3000 Meter errang der 15-jährige Paul Feuerer, am letzten Wochenende Bayerischer Meister der M15 über die gleiche Distanz, in der U18 mit 9:41,16 Minuten. Mit einem druckvollen Schlussspurt auf der letzten Runde konnte er bis auf Hannes Burger (LC Buchendorf, 9:37,65 Minuten) alle ein oder zwei Jahre älteren Konkurrenten hinter sich lassen.
Trotz Handicap Bronze für Maximilian Feuerer über 800 Meter
Die Bronzemedaille gab es für Maximilian Feuerer über die 800 Meter, aufgrund der Umstände eine ganz besondere Medaille. Denn bereits nach 150 Metern trat ihm ein Konkurrent auf die rechte Ferse. Der Fersenkeil des Spikes rutschte unter die Ferse, und mit diesem Handicap musste er noch 650 Meter absolvieren. Trotzdem lief er ein äußerst couragiertes Rennen. Lohn war die Bronzemedaille in 2:02,48 Minuten und eine Verbesserung der persönlichen Bestleistung um eine Zehntelsekunde.
Felix Adler mit starkem Finish zu Silber – Bronze für Lorenz Adler und Maximilian Feuer über 1500 Meter
Auf der 1500-Meter-Strecke konnte sich Felix Adler mit einem starken Finish gegen seinen Bruder Lorenz durchsetzen. In 4:09,98 Minuten errang er den Vizetitel, eineinhalb Sekunden hinter dem Sieger. Lorenz Adler erzielte auf dem Bronzerang 4:12,48 Minuten und gewann seine zweite Medaille. Ihm nach tat es Maximilian Feuerer in der U18 über die 1500 Meter mit dem ebenfalls zweiten Edelmetall. Nach 1100 Meter „Warmlaufen“ legte auch Maximilian Feuerer eine heiße Sohle auf die blaue Bahn. Mit einer Sechziger-Schlussrunde erkämpfte er sich die Silbermedaille in 4:32,29 Minuten hinter Masi Valentino (LG Hof, 4:31,28 Minuten) und Nick Jäger (TSV Penzberg, 4:31,65 Minuten).
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