Einige Wochen nach dem überlegenen Sieg im ersten juristischen Staatsexamen suchte sich Theresa Wiedemann eine noch größere Herausforderung, das Spartan Race in der Wiener Neustadt. Zwar wundert man sich, dass Frauen bei einem solchen Rennen überhaupt starten dürfen. Denn im streng patriarchalisch organisierten Sparta hatten Frauen vor allem die Stellung der „Neue-Krieger-Gebärenden“. Insoweit gibt es kein gesichertes Wissen zur Spartanerin Theresa. Doch im liberalen Österreich kämpften am Pfingstsamstag neben Theresa 3.000 Spartaner und Spartanerinnen gleichberechtigt um den Sieg beim Spartan Race Vienna. Schauplatz der kriegerischen Auseinandersetzung war der Campus der Theresianischen Militärakademie. Die Teilnehmer kämpften sich bei durchwachsenem Frühlingswetter über eine anspruchsvolle Wettkampfstrecke mit 30 spektakulären Hindernissen. Auf dem über 130 Hektar großen Gelände der ältesten Militärakademie der Welt aus dem Jahre 1752 absolvierte Theresa den Spartan Super für Fortgeschrittene über mehr als 13 Kilometer. Lässig robbte sie unter Stacheldraht und Panzern durch, trug eine Munitionskiste eineinhalb Kilometer weit, durchquerte Flüsse, trug eine Eisenkette bergauf und bergab, überwand drei Meter hohe Holzwände, kletterte Seile hoch. Im Feld der Elitestarterinnen setzten sich bei den Frauen mit der Polin Agata Pietroszek (1:15:18 Stunden), der Ungarin Gyöngyi (1:15:18 Stunden) und der Deutschen Nicole Biolik (1:31:48 Stunden) die Favoritinnen durch. Dann bereits auf Platz 4 Theresa in 1:34:26 Stunden. Damit hat sie sich sogar für die Weltmeisterschaft am lake tahoe in Kalifornien am 1. Oktober qualifiziert. Sie überlegt ernsthaft dort zu starten.
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