Für Marco Voggenreiter ging mit dem Start bei der U20-WM in Eugene im US-Bundesstaat Oregon ein Traum in Erfüllung. Das Hayward Field von Eugene zählt zu den bekanntesten Leichtathletikstadien weltweit, versprüht das Flair absoluter Weltklasse. Zahlreiche Weltrekorde wurden dort erzielt, regelmäßig werden die US-Meisterschaften sowie das Diamond-League-Meeting „Prefontaine Classic“ dort ausgetragen. Die beiden Jahre zuvor hatte Voggenreiter äußerst knapp die U18-EM und U20-EM verpasst. Der Deutsche U20-Vizemeister über die Hindernisse sollte wie 70 andere deutsche Nachwuchstalente im Hayward Field erste Erfahrungen auf Weltebene sammeln und – wenn möglich – die bestmögliche Leistung abrufen. Für das Finale musste im Vorlauf alles stimmen, die Tagesform, der Rennverlauf, der letzte Kick auf der Zielgeraden. Doch es war nicht der Tag des 19-Jährigen. In 9:19,81 Minuten lief er im zweiten Vorlauf auf den 16. und letzten Platz.
Optimale Vorbereitung
Die Tage zuvor waren optimal verlaufen. „Den Jetlag hatte ich gut überstanden, das Pre-Camp war super, auch die letzte harte Trainingseinheit passte. Die Vorfreude war riesig, ich war hochmotiviert und die Bedingungen vor Ort waren perfekt“, so der Fürstenzeller. Der Start erfolgte bereits kurz nach zehn. Die acht Schnellsten der beiden Vorläufe qualifizierten sich jeweils für das Finale.
„Ich fühlte mich wie ein Beifahrer im eigenen Körper“
Doch Voggenreiter tat sich vom Start weg schwer, trotz des ruhigen Tempos auf dem ersten Kilometer, auf dem das Feld dicht geschlossen blieb. „Ich fühlte mich wie ein Beifahrer im eigenen Körper, hatte ziemlich starke muskuläre Probleme“. Mit der Verschärfung des Tempos verlor er den Anschluss an die ersten Acht, sortierte sich am Ende des Feldes ein. Für das Finale wären 8:53,45 Minuten erforderlich gewesen. Innerhalb von 1,3 Sekunden überquerten die Läufer auf den Rängen vier bis neun die Ziellinie. Seine Bestzeit rannte Voggenreiter Ende Mai in Brüssel mit 8:52,57 Minuten.
Top Ten für Teamkollegen Saveur und Europarekord des spanischen Weltmeisters
Teamkollege Levin Saveur (LG Stadtwerke München) lief im ersten Vorlauf als Sechster in 8:50,12 Minuten in das Finale. Dort behauptete sich der Deutsche U20-Hindernismeister als Zehnter in 8:50,91 Minuten unter den Top Ten der Welt. Der Spanier Bakr El Asri triumphierte mit U20-Europarekord als Weltmeister in 8:28,35 Minuten. Silber und Bronze gingen nach Kenia, an Emmanuel Someki (8:32,81) und Nicholas Losiwareng (8:38,13). Das deutsche Team nahm aus Eugene drei Medaillen und 18 Top-Acht-Platzierungen mit. Mit 67 Nationenpunkten teilte es sich mit Großbritannien den sechsten Platz als beste europäische Nation.
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