Kühle Temperaturen, Nieselregen und Gegenwind bremsen die Sprinter aus
Die Erwartungen waren hoch für das Laufmeeting im Andorfer Pramtal-Stadion nach den exzellenten Sprintleistungen der letzten Jahre. Bei hohen Temperaturen brannten die Sprinter eine Bestzeit nach der anderen auf die Bahn. Daraus wurde heuer nichts bei kühlen Temperaturen um die 18 Grad und zum Teil Nieselregen und erheblichem Gegenwind. 15 Nationen waren beim österreichischen Top-Meeting am Start. Die Hälfte der österreichischen EM-Teilnehmer für München unterzog sich einem letzten Test.
Annika Just auf Rang vier und fünf
Annika Just war nach ihren Saisonhöhepunkten bei der U18-EM und Jugend-DM schon etwas platt. Auf die Hundertstel genau lief sie über 100 Meter im Vorlauf und Finale 12,00 Sekunden, jeweils mit 0,9 Meter pro Sekunde Gegenwind. Sie blieb deutlich über ihrer Bestzeit von 11,70 Sekunden. Damit war sie in bester Gesellschaft. Ihre Sprintkolleginnen teilten das gleiche Los. Annika Just kam als Vierte nur eine Hundertstel hinter Hannah Fleischmann (11,99 sec, LG Stadtwerke München) in das Ziel. Die Plätze eins und zwei belegten Magdalena Lindner (11,70 sec, Union St. Pölten) und Tina Benzinger (11,77, LG Stadtwerke München). Über 200 Meter startete Just gut. Mitte der Kurve hatte sie etwas an Boden gegenüber Benzinger (24,19 sec) verloren. Ausgangs der Kurve hielt sie wieder voll dagegen und lief bei einem Gegenwind von 1,1 m/sec in 24,53 Sekunden auf Rang fünf, nur eine Hundertstel langsamer als bei DM-Bronze in Ulm. Die Norwegerin Line Kloster gewann das Rennen in 23,47 Sekunden vor Susanne Walli (23,74 sec, TGW Zehnkampf-Union). Maria Anzinger (12,69 sec) und Franziska Rohmann (12,67 sec) liefen über 100 Meter ein gutes Rennen, mit den besseren Schlussmetern für Rohmann. Diese überzeugte auch über 200 Meter in 26,03 Sekunden. Mehr war unter den äußeren Bedingungen nicht drin.
Vincent Just stellt Bestzeit bei Gegenwind ein
Vincent Just und David Kantzog qualifizierten sich mit starken Vorläufen in 11,07 und 11,14 Sekunden für das B-Finale über 100 Meter. Dort zeigte Kantzog einem Raketenstart. Bis 50 Meter blieb das Feld eng beieinander. Auf den letzten 20 Metern kam Just extrem auf und stellte als Zweiter in beindruckenden 10,98 Sekunden bei einem Gegenwind von 0,8 m/s seine persönliche Bestzeit ein. Kantzog wurde Vierter in 11,03 Sekunden. Nach einem schwachen Start bot Andreas Kagerbauer noch ein solides Rennen in 11,19 Sekunden. Davis Goldschmid kam gut aus den Blöcken, wirkte etwas unrund (11,61 sec). Seit dem Sturz in Plattling war ein Knick in dieser Saison unübersehbar.
David Kantzog bestechend über 200 Meter mit Bestzeit
David Kantzog lief in Andorf sein bestes Rennen der Saison über die 200 Meter. Entspannt und mit sehr guter Technik gelangen ihm klasse 22,00 Sekunden. Sie bedeuteten persönliche Bestleistung und einen exzellenten zweiten Platz. Erneut Pech mit dem Wind für Vincent Just über 200 Meter. Bei Gegenwind von 2,1 m/s sprintete er in 22,51 Sekunden auf Rang neun. René Hamberger überraschte sich selbst mit 46,77 Metern im Diskuswurf. Wegen Rückenproblemen hatte er die Saison bereits beendet, trat aber noch mal an und belegte den vierten Platz.