Max Grieger stürmt über 200 m zu 21,42 Sekunden – Zwölf Hundertstel fehlen noch zur Qualifikation für die Europa-Meisterschaft
Leichtathletik der Extraklasse gab es wieder bei der Sparkassen-Gala in Regensburg. Bei den Sprintern, Springern und Mittelstrecklern waren namhafte deutsche, aber auch Athleten aus knapp zwanzig anderen Nationen am Start. Vor allem die Sprinter setzten die Glanzlichter im Regensburger Universitätsstadion. Der Wolfsburger Sven Knipphals in 10,13 Sekunden und die Münsteranerin Tatjania Pinto in 11,23 Sekunden konnten sich über 100 m für die WM in Peking empfehlen. Feinste Sahne auch die 38,65 Sekunden der deutschen Männer-Staffel über 4×100 m.
Auch die Sprint- und Sprungasse des 1. FC Passau münzten die aufgrund der hohen Temperaturen für Sprinter idealen Bedingungen in persönliche Bestleistungen und einen Niederbayerischen Rekord um. Einigen der besten deutschen Hürdensprinter stellte sich Fabian Fleischmann über die 110 m Hürden. Er kam im Vorlauf jedoch schlecht aus dem Startblock und war als Letzter an der ersten Hürde. Mittelprächtige 14,37 Sekunden (-1,4 Gegenwind) waren die logische Folge. Damit war Fabian Fleischmann offiziell Neunter nach den drei Vorläufen und nicht im Finale. Nur zehn Minuten vor dem Finale dann die überraschende Nachricht: Er ist doch im Finale. Ohne Vorbereitung musste er an den Start. Ihm blieb in 14,47 Sekunden (-0,7) nur der achte und letzte Platz.
Max Grieger war in den letzten Wochen von Bestzeit zu Bestzeit gerannt und hatte sich in der U 20 über 100 m und 200 m fest unter den besten deutschen Sprintern etabliert. Diese waren auch in Regensburg vor Ort. Für Max Grieger blieb die Frage, ob er dem Druck seiner Konkurrenz im unmittelbaren Duell standhalten kann und mit Blick auf die U20-Europa-Meisterschaft noch eine Steigerung möglich ist. Wegen seiner bisherigen Top-Leistungen war er für das 100 m-Finale gesetzt und konnte seine Kräfte für dieses und das Rennen über 200 m schonen. Über die 100 m kam Max Grieger gut aus dem Startblock, richtete sich jedoch in der ersten Beschleunigungsphase (Pick up) zu früh auf. Das kostete Zeit. Im freien Sprint war er dann wieder eine Klasse für sich und erzielte ausgezeichnete 10,76 Sekunden (+0,4), nur sechs Hundertstel über seiner Bestzeit. Mit dem vierten Platz sammelte er wieder Pluspunkte für einen Platz in der DLV-Staffel. Seine Schokoladendisziplin kam jedoch erst noch. Vom Winde verwehte 21,21 Sekunden und reguläre 21,60 Sekunden standen bisher über 200 m zu Buche. 21,30 Sekunden sind die Qualifikationsnorm für die Europa-Meisterschaft der U20 in Eskilstuna (Schweden) Mitte Juli. Über 200 m stürmte dann der baumlange Max Grieger wie entfesseltet über die Bahn. Er siegte in der U20 mit persönlicher Bestleistung in 21,42 Sekunden (-0,1), zugleich ein hochklassiger niederbayerischer Rekord. Der alte stand bei 21,57 Sekunden. In Deutschland steht jetzt nur noch ein Läufer mit 21,40 Sekunden vor Max Grieger, nur zwölf Hundertstel fehlen noch zur EM-Norm. Zwei Rennen bleiben ihm, um sich zu qualifizieren, die Deutsche Meisterschaft der U23 nächstes Wochenende und der Norm-Wettkampf des DLV in Mannheim am 27. Juni. Bei guten äußeren Bedingungen kann er dort die EM-Norm knacken.
Ebenfalls in der U 20 sprintete Julia Hofer über 100 m in 12,24 Sekunden (+0,6) zu einer persönlichen Bestleistung. Die Bayerische Juniorenmeisterin in 2014 zeigte sich am Start deutlich verbesserte, hat jedoch ebenfalls in der Beschleunigungsphase noch Verbesserungspotential. Rang drei für die zur Zeit drittschnellste bayerische Sprinterin in der U20. Die beiden anderen Passauer Sprinterinnen Antonia Wimberger und Marinna Baumann liefen 13,02 bzw. 13,57 Sekunden. Antonia Wimberger glänzte mit einer persönlichen Bestleistung im Weitsprung. Sie sprang sehr gute 5,10 m (+1,7 m). Hürdensprinterin Kristina Fister lief in 14,62 Sekunden (+1,0) nahe an ihre Bestzeit heran. Ein Stolperer nach dem Start dürfte ihr diese gekostet haben. Die 100 m hatte sie zuvor in 12,78 Sekunden absolviert.
Bei den Männern waren für den 1. FC Passau außerdem Sebastian Schubach und Alexander Büchner am Start. Bastian Schuhbach zeigte sich gegenüber den letzten Rennen über 100 m in 11,32 Sekunden (-0,1) verbessert. Alexander Büchner erzielte gleich zwei persönliche Bestleistungen, 11,58 Sekunden über 100 m (+2,0) und ausgezeichnete 6,78 m im Weitsprung (0,0).