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08.12.2019: Cross-Europameisterschaften in Lissabon

Paul Feuerer sammelt erste internationale Erfahrung

Erster internationaler Einsatz auf knüppelharter Cross-Strecke

Die Enttäuschung war ihm im Ziel in das Gesicht geschrieben. Paul Feuerer hatte sich mehr erwartet bei den Cross-Europameisterschaften in Lissabon. Beim EM-Qualifikationsrennen in Darmstadt war er auf Tuchfühlung zu den besten Deutschen gewesen. Auf Platz 78 lief der 18-Jährige bei seinem ersten internationalen Einsatz in der U20-Wertung nach kräftezehrenden 6,225 Kilometern ins Ziel. Einen Platz im deutschen Team verfehlte er als Fünfter der deutschen U20-Läufer. Bei der Besichtigung der Strecke am Samstag zeigte sich die deutsche Mannschaft beeindruckt von den langen, heftigen Anstiegen. „Sie war nicht nur wellig, wie nach dem Profil zu erwarten war. Da waren ein paar richtige Hügel drin“ so Pierre Ayadi, DLV-Bundestrainer Langstrecke für den Nachwuchs.

Historischer Sieg von Jakob Ingebrigtsen

Das U20-Rennen der Cross-EM in der portugiesischen Metropole wurde am Sonntagvormittag zur Gala-Vorstellung von Jakob Ingebrigtsen. Der norwegische Doppel-Europameister von Berlin über 1.500 und 5.000 Meter siegte, seiner Konkurrenz weit überlegen, in 18:20 Minuten – ein historisches Rennen. Mit 16 Jahren hatte er zum ersten Mal den U20-Titel gewonnen, jetzt in Lissabon zum vierten Mal in Folge mit dem Rekordvorsprung von 40 Sekunden.

Deutscher U20-Starter im Mittelfeld

Die vier weiteren deutschen Starter Elias Schreml (LG Olympia Dortmund), Florian Bremm (TV Leutershausen), Dominik Müller (SCC Hanau-Rodenbach) und Paul Specht (VfL Sindelfingen) gingen wie Paul Feuerer auf dem selektiven Kurs defensiv in das Rennen. Sie arbeiteten sich in dessen Verlauf im 107-köpfigen Feld immer weiter nach vorne, belegten gute Plätze im Mittelfeld. Der anvisierte sechste Platz mit dem Team war aber nicht in Reichweite. Bester Deutscher wurde Elias Schreml. Der U20-Europameister über 3.000 Meter lief in 19:33 Minuten auf Platz 25, Hindernisspezialist Florian Bremm, EM-Teilnehmer bereits im Sommer, folgte elf Sekunden später auf Rang 40. Dominik Müller, WM-Berglauf-Starter, wurde 45. (19:52 min), Paul Specht 65. (20:13 min) und Paul Feuerer 78. (20:28 min). In der Team-Wertung belegten die drei besten deutschen Starter mit 111,5 Punkten Platz zehn unter insgesamt 20 Mannschaften. Die Briten gewann mit 25 Zählern vor Norwegen (38) und Irland (39).

Blau gelaufen in den Bergauf-Passagen

Paul Feuerer hatte sich nach dem Start um Platz 75 einsortiert, rollte im Feld mit, musste aber dem dauernden Bergauf und Bergab Tribut zollen. „Ich versuchte mich nach vorne zu orientieren, doch nach jedem langgezogenen Anstieg fühlte ich mich blau gelaufen“, kommentierte er den Rennverlauf. Er konnte in den Bergab-Passagen keinen Meter mehr gut machen.

Zweite Chance 2020

Zwei Trostpflaster für ihn: Er gehört mit Jahrgang 2001 noch zum jüngeren Jahrgang der U20 und kann daher 2020 die Cross-EM in der gleichen Altersklasse ein zweites Mal anpeilen. Und er dürfte noch größeres Steigerungspotential haben. Im Gegensatz zu seinem Team-Kollegen besuchte er kein Sportgymnasium mit zusätzlichen Trainingseinheiten am Vormittag. Einen ersten Schritt, diese Lücke zu schließen, unternimmt er unmittelbar im Anschluss an die Cross-EM. Ihr folgt ein zehntägiges Trainingslager mit dem Nationalkader in Balderschwang (Allgäu) auf den Langlaufski.

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