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2./3.10.2019: Leichtathletik-WM in Doha

Bronze für Verena Preiner

Phänomenaler Siebenkampf der Ebenseerin

Österreich jubelte, aber auch beim LAC Passau schlugen die Leichtathletikherzen während der WM höher. Verena Preiner von der Union Ebensee holte sich nach Diskus-Bronze des in Schärding geborenen Lukas Weißhaidinger (LAG Ried) die zweite österreichische Medaille. Mit starken 6.560 Punkten sicherte sich die Oberösterreicherin Bronze im Siebenkampf. Das erste Mal konnte die Alpenrepublik bei einer Leichtathletik-WM zweimal Edelmetall gewinnen, insgesamt sind es seit 1983 vier Medaillen. Die 24-jährige Ebenseerin holt sich vom Trainer des Landesstützpunktes Passau, Roland Fleischmann, regelmäßig Tipps, insbesondere für den Hochsprung.

Bestleistungen über 100 Meter Hürden und 200 Meter

Verena Preiner knüpfte in Doha nahtlos an ihre Weltklasseergebnisse von Arona (6.472 Punkte) und Ratingen (6.591 Punkte) an. Gleich in der ersten Disziplin über die 100 Meter Hürden erzielte sie in 13,25 Sekunden eine großartige Bestleistung (bisher 13,42 sec). Im Hochsprung überquerte sie im zweiten Versuch souverän die 1,77 Meter. Das war die drittbeste Leistung ihrer Karriere. Mit 14,21 Metern war im Kugelstoß der erste Stoß der weiteste.  Mit Bestleistung über 200 Meter in 23,96 Sekunden schob sich Verena Preiner auf Rang sechs vor. Auf Bronze und Kendell Williams (USA) fehlten ihr nach dem ersten Tag nur 34 Punkte. Preiner´s Kommentar am Abend: „Die Bahn ist sehr schnell, auch die Temperatur im Stadion ist angenehm, mir taugt´s. Morgen schau ich von Disziplin zu Disziplin, ich werde alles geben“. Der Traum von einer Medaille lebte aufgrund ihres starken zweiten Tages weiter.

Ohne Brett 6,36 Meter

Zu dessen Beginn schraubte Verena Preiner im Weitsprung mit einer Serie von 6,27, 6,36 und 6,16 Metern und ohne den Balken zu treffen ihre bisherige Bestmarke um zwei Zentimeter nach oben, lag jetzt auf Rang vier. Im Speerwurf blieb sie unter ihren Möglichkeiten, „warf mit einem etwas weichen Arm“ (Trainer Wolfgang Adler), schob sich jedoch mit 46,68 Metern auf Rang drei. Als eine der besten Läuferinnen im Feld war die Medaille vor den 800 Metern zum Greifen nahe. Verena Preiner setzte die Vorgaben ihres Trainers perfekt um, lief die erste Runde an der Spitze, diktierte das Tempo. Nach 400 Metern ließ sie Johnson-Thompson vorbei und hängte sich in ihren Windschatten. Die Uhr blieb bei 2:08,88 Minuten stehen.

„Ich könnte gerade die ganze Welt umarmen“

Mit 6.560 Punkten holte sie sich die erträumte Bronzemedaille. Johnson-Thompson gewann überlegen mit 6.981 Punkten (JWBL, PB) vor der Top-Favoritin Nafissatou Thiam (6.677). Verena Preiner jubilierte über den „größten Tag in meinem Sportlerleben, es ist unbeschreiblich, ich könnte gerade die ganze Welt umarmen. Wolfgang Adler und ich sind einen langen und schönen Weg miteinander gegangen. Sicher mit einigen Höhen und Tiefen, aber jetzt so einen Moment gemeinsam feiern zu können, ist einfach unglaublich schön und ein Lohn für unsere Arbeit“.

Bronze versilbert

Die Bronzemedaille macht sich für sie auch im Portemonnaie bemerkbar. Für Rang drei gab es von der IAAF eine Prämie von 20.000 US-Dollar. Ein Sponsor des österreichischen Verbandes legte 25.000 Euro drauf. Durch ihren starken Siebenkampf sicherte sie sich zudem Rang eins in der IAAF Combined Events Challenge, dem Gesamtweltcup der Mehrkämpfer. Gewertet werden jeweils die drei punktbesten Mehrkämpfe in der elf Wettkämpfe umfassenden Challenge-Serie. Rang eins bringt Verena Preiner 30.000 US-Dollar ein. Mit ihren drei Siebenkämpfen von 6.472 (Arona), 6.591 (Ratingen) und 6.560 Punkten (Doha) kommt sie auf insgesamt 19.623 Zähler.

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Bild: ÖLV/von der Laage